Maart Wilken

MAART WILKEN

Ich studiere Produktdesign an der Bauhaus-Universität Weimar und interessiere mich für die Verbindung von Gestaltung, nachhaltigen Systemen und Materialien.

Als gelernter Bootsbauer bringe ich Erfahrung im handwerklichen Arbeiten mit unterschiedlichsten Materialien mit. Im Studium habe ich gelernt, diese praktische Perspektive mit digitalen Werkzeugen und gestalterischen Methoden zu verbinden.

In meinen Projekten bewege ich mich zwischen analogem Experimentieren und digitaler Entwicklung. Besonders interessieren mich offene Gestaltungsprozesse, Materialkreisläufe und die Frage, wie sich komplexe Zusammenhänge in verständliche und nutzbare Produkte übersetzen lassen.

Dabei ist mir wichtig, dass Ideen nicht theoretisch bleiben, sondern gebaut, getestet und erlebbar werden. Denn echtes Verständnis entsteht für mich vor allem durch das Machen.

Projekte

HIVE

Zwischen Convenience und Verantwortung

In unserer Recherche haben wir insbesondere das Essverhalten vieler alleinlebender Menschen untersucht. Dabei wurde deutlich, dass immer weniger selbst gekocht wird und Convenience-Produkte stark an Bedeutung gewinnen. Statt dieses Verhalten zu bewerten oder zu verändern, setzt die Arbeit genau dort an: nicht als „Design von oben“, sondern aus dem Verständnis heraus, wie Menschen heute wirklich leben und essen.

Ziel ist es, bestehende Systeme im Umgang mit Lebensmitteln kritisch zu hinterfragen, vor allem im Hinblick auf Lebensmittelhaltbarkeit, Organisation, Verpackungsmüll und Ausgewogene Ernährung. Dafür wollten wir neue, realistische Ansätze entwickeln, die sich an den Alltag der Menschen anpassen.

Daraus entstand ein Zukunftsszenario eines vernetzten Ess-, Kühl- und Pfandsystems für das Jahr 2050, in dem Einkauf, Lagerung, Verzehr und Rückgabe selbstverständlich ineinandergreifen. Portionsgerechte, transparente Verpackungen und ein intelligentes Lagersystem sollen helfen, Verschwendung zu reduzieren und einen bewussteren Umgang zu ermöglichen.

Das Szenario haben wir in einen exemplarischen Tagesablauf und ein konkretes Produktkonzept übersetzt – als modulares, flexibles System, das sich an unterschiedliche Lebenssituationen anpasst und Ernährung einfacher, nachhaltiger und alltagsnaher denkt. Um das ganze in einer Welt spielen lassen zu können, die wir uns für das Jahr 2050 wünschen würden, haben wir mithilfe von AI ein Video generiert, dass den Tagesablauf einer Beispielperson zeigt.

WISE
25/26

Marius KIntzel
Allioune Buck
Maart Wilken
Betreuung:

Prof. Gerrit Babtist
Dipl. Des. Klea Schlimm

Arca

SOSE
2024

Marius KIntzel
Maart Wilken

NACHHALTIGKEIT DURCH WERTSCHÄTZUNG

Im Mittelpunkt von Arca steht die Idee, Dinge bewusster wahrzunehmen und ihnen einen besonderen Platz im Alltag zu geben. Denn was geschätzt wird, bleibt länger erhalten, wird gepflegt und nicht einfach ersetzt. Genau darin liegt ein nachhaltiges Potential.

Arca dient als vielseitiges Aufbewahrungsobjekt für die kleinen Dinge, die uns täglich begleiten: ob Brille, Schmuck, Lippenstift oder andere persönliche Gegenstände. Durch die Geste des Verwahrens erhalten diese Dinge mehr Aufmerksamkeit und Wertigkeit.

Die Gestaltung verbindet klare, zeitlose Formen mit einer organischen, lebendigen Anmutung. Farbige Details schaffen individuelle Akzente und verleihen jedem Objekt eine persönliche Note. Das Zusammenspiel aus Form, Material und Haptik gibt Arca eine besondere Präsenz, die nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar wird.

Arca ist kein Objekt, das verschwindet oder versteckt wird. Ob am Rucksack, an der Gürtelschlaufe oder als tragbares Accessoire, es wird zu einem charaktervollen Begleiter und zu einem sichtbaren Ausdruck von Wertschätzung und bewusstem Design im Alltag.

Die Formfindung entstand in einem Wechselspiel aus analogen und digitalen Methoden. Zu Beginn wurden Freiformen aus Gips geschnitzt, um möglichst viele unterschiedliche Körper zu erzeugen. Da das Objekt später gut in der Hand liegen sollte, war die direkte Arbeit mit dem Material ein wichtiger Teil des Prozesses.

 

Die Modelle wurden anschließend gescannt und digital analysiert. Besonders interessante Formbereiche wurden gesammelt und zu einer Formenbibliothek zusammengestellt. Mit diesen Fragmenten arbeiteten wir anschließend wieder analog weiter, indem wir Formen kombinierten und mit Modelliermasse miteinander verbanden.

 

Die daraus entstandene Form wurde erneut eingescannt und digital verfeinert. So entwickelte sich der Entwurf Schritt für Schritt durch den Wechsel zwischen handwerklicher und digitaler Gestaltung.

Workflow

Betreuung:

Prof. Martin Kuban

Grassi

okt
2025

mara kossina
Josefine Dransfeld
Marius KIntzel
Ben Patzina
Luca Schreiber
Leopold Kirschner
Maart Wilken

Ausstellung auf eigene FAust

Die GRASSI Messe in Leipzig ist ein Treffpunkt für Design, Kunst und Gestaltung im historischen GRASSI Museum für Angewandte Kunst. Studierende, junge Gestalter:innen und etablierte Designer:innen kommen hier zusammen, um ihre Arbeiten zu zeigen und sich auszutauschen.

Im Rahmen der Teilnahme meines Studiengangs haben wir, ein Paar “Produktis”, die Ausstellung gemeinsam geplant., ohne dabei unterstützung von der Uni zu bekommen. Ich habe dabei die Kuratierung und die Planung der Podeste übernommen. Da das Budget sehr begrenzt war, haben wir versucht, möglichst mit vorhandenen Materialien zu arbeiten.

Über das Museum Neues Weimar konnten wir ausrangierte Plexiglasvitrinen weiterverwenden. Aus diesen sehr unterschiedlichen Teilen haben wir einfache Podeste gebaut, die wir mit gebogenen Stahlhaltern stabilisiert und neu zusammengesetzt haben. So ist aus vorhandenem Material eine einfache, funktionale Lösung für die Ausstellung entstanden.

Seamster

WISE
24/25

Oskar Langenberg
Freaser Bean
Maart Wilken

Strukturen aus Astgabeln

Der Seamster entstand im Kurs IrreguLab Y innerhalb des Forschungsprojekts IrreguLab, das sich mit dem Gestalten aus irregulären Materialien beschäftigt. Im Fokus standen Astgabeln aus der Forstwirtschaft, die normalerweise als Restmaterial aussortiert werden.

Für das Projekt haben wir gezielt Astgabeln untersucht, die Astlöcher und Verfaulungen aufweisen. Die Spuren von Brüchen und Verletzungen sollten nicht versteckt, sondern bewusst Teil des Entwurfs werden. Daraus entstand eine Struktur, die das Thema Reparatur sichtbar macht und den Umgang mit beschädigtem Material gestalterisch interpretiert.

Workflow

Zu Beginn sammelten und scannten wir zahlreiche Astgabeln und bauten daraus eine reale und digitale Bibliothek auf. Mithilfe eines Grasshopper-Skripts wurden ähnliche Formen analysiert und zu Clustern zusammengefasst, aus denen jeweils archetypische Grundformen entstanden.

Auf Basis dieser Archetypen entwickelten wir in Rhino digitale Strukturen, die anschließend mit den realen Astgabeln umgesetzt werden konnten. So entstand ein Workflow, mit dem sich variable Strukturen aus unregelmäßigen Materialien entwickeln und gestalten lassen.

Betreuung:

Jun. Prof. Thomas pearce
b.A. phillip enzmann
m.a. lukas kirschnik
m.a. suko 

Kipp

SOSE
2024

Ben Patzina
Maart Wilken

den eigenen Arbeitsplatz gestalten

Viele Studierende störten sich an den starren, schweren Tischen der Universität. Deshalb entstand KiPP: ein leichter, kippbarer Arbeitstisch, der sich flexibel an unterschiedliche Phasen des Designprozesses anpasst.

Der Tisch bietet zwei Positionen: eine kompakte Arbeitsfläche mit Pinnwand für Recherche und Konzeption sowie eine große Fläche für Modellbau und praktisches Arbeiten. So kann der vorhandene Raum effizient genutzt und der Arbeitsplatz je nach Bedarf verändert werden.

Betreuung:

Prof. Gerrit Babtist
Dipl. Des. Klea Schlimm

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